Grillen

8 Tipps zum umweltfreundlichen Grillen

Sind die Tage lang und die Abende mild, werden die Grills angeworfen und es ziehen verführerische Düfte durch Hinterhöfe, Gärten und Grünanlagen. Später sind nicht nur die Mägen gut gefüllt, sondern häufig auch die Mülltonnen. Wer beim Grillen die Umwelt schonen will, sollte also darauf achten, was übrig bleibt – aber auch welche Utensilien und Zutaten zum Einsatz kommen. Wir stellen wir Euch 8 Tipps vor wie Ihr Euren Grillabend umweltschonender und gesünder gestalten könnt.

10.03.2020

8 Tipps zum umweltfreundlichen Grillen | Grillen Umweltschutz Nachhaltigkeit

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Sind die Tage lang und die Abende mild, werden die Grills angeworfen und es ziehen verführerische Düfte durch Hinterhöfe, Gärten und Grünanlagen. Später sind nicht nur die Mägen gut gefüllt, sondern häufig auch die Mülltonnen. Wer beim Grillen die Umwelt schonen will, sollte also darauf achten, was übrig bleibt – aber auch welche Utensilien und Zutaten zum Einsatz kommen. Wir stellen wir Euch 8 Tipps vor wie Ihr Euren Grillabend umweltschonender und gesünder gestalten könnt. Text: Torsten Mertz

 

1. Hände weg von Einweggrills 

Ausgestattet mit Holzkohle und Grillanzünder sind Aluminiumschalen oft schon unter zwei Euro das Stück zu haben. Was billig und praktisch sein mag, ist aus ökologischer und gesundheitlicher Sicht ein absolutes No-Go. Einweggrills werden mit hohem Energieaufwand produziert und verursachen viel Abfall. Da sie keine Beine haben, verbrennen die Rasenflächen unter ihnen. Außerdem gelangen die Reste der Chemikalien, die als Anzünder der Kohle dienen, ins Grillgut.

2. Wählt die richtige Grillkohle aus 

In Deutschland werden pro Saison 300.000 Tonnen Grillkohle und -briketts aus Holz verbraucht. Etwa zwei Drittel des Grundmaterials stammt aus den Tropenwäldern Südamerikas. Oft wird für die Herstellung der preisgünstigen Massenprodukte aber auch Importholz aus osteuropäischen Buchenwäldern verwendet. Achtet daher beim Kauf der Kohle bitte unbedingt darauf, dass sie aus heimischem Laubholz stammt. Das DIN-Prüfzeichen hilft dabei: Es sichert einen Mindeststandard an Qualität und geringer Umweltbelastung und stellt sicher, dass die Holzkohle kein Pech, Erdöl, Braunkohle oder Kunststoffe enthält. Eine Gewähr für Rohstoffe aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung bietet das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC). Auch gibt es mittlerweile heimische Kohle und Briketts aus nachhaltiger Produktion mit einer Bio-Zertifizierung.

3. Habt Geduld mit der Glut

Einen schönen Wuff gibt es, wenn man Brennspiritus als Grillanzünder verwendet. Davon ist aber wegen der Verbrennungsgefahr abzuraten. Habt also lieber ein wenig Geduld und bringt euren Grillfeuer auf ungefährliche Weise zum Glühen: Umweltfreundliche Grillanzünder aus wachs- oder ölgetränkten Holzfasern, zu bekommen etwa unter www.mayko-feuer.de, setzen im Gegensatz zu Produkten aus mineralölbasierten Bestandteilen keine unerwünschten Gerüche frei und würzen das gegrillte Essen nicht mit Giftstoffen. Zerknülltes Papier ist bei Holzkohle übrigens recht wirkungslos, auch Kiefernzapfen verbrennen zu schnell und sind wahre Funkenschleudern.

4. Reduziert den Aluminiumverbrauch

Alufolie ist sehr praktisch, um Kartoffeln einzuwickeln oder mit Gemüse, Käse und Kräutern gefüllte Päckchen herzustellen. Leider ist sie in der Produktion ausgesprochen umweltschädlich – und sie wird leider auch nicht recycelt. Besser sind Töpfchen mit Deckeln aus Keramik. Wenn das Päckchen nur indirekt gegrillt wird, also nicht auf der Glut liegt, könnt Ihr auch zwei oder drei Lagen Backpapier verwenden, das innen und außen mit Wasser befeuchtet wurde.

5. Verwendet nachhaltig erzeugte Lebensmittel

Wo immer möglich, solltet Ihr Zutaten aus ökologischem Landbau verwenden. Das ist besonders bei Produkten tierischen Ursprungs wichtig: Die Anforderungen für die Tierhaltung sind beim biologischen Landbau deutlich höher als in der konventionellen Landwirtschaft. Nochmals anspruchsvoller als beim EU-Ökosiegel ist der Tierschutzaspekt bei den anerkannten Bio-Anbauverbänden wie Bioland, Naturland oder Demeter. Hier haben die Tiere beispielsweise mehr Platz in den Ställen, haben Auslauf, grasen unter freiem Himmel und bekommen nur Antibiotika, wenn sie krank sind. Und auch, wenn es vielen noch schwerfällt: Beim Grillen muss es nicht immer Fleisch sein. Vegetarisch Grillen ist längst salonfähig geworden. Schaut euch hierfür in unserer Rezepte-Rubrik vorbei.

6. No smoking

Wenn Fett oder Marinaden in die Glut tropfen und qualmend verbrennen, werden giftige polyzyklische Kohlenwasserstoffe gebildet. Auch bei Produkten aus pflanzlichem Eiweiß ist darauf achtzugeben, dass sie nicht zu dunkel geraten: Werden eiweißreiche pflanzliche Lebensmittel zu lange oder zu stark gegrillt oder gebraten, entstehen heterozyklische aromatische Amine. Zum Marinieren sollten ausschließlich hitzestabile Öle und Fette verwendet werden: Kokos-, Raps-, Erdnussöl oder spezielle Bratöle – und keinesfalls kaltgepresst. Wer Angst vor zu viel Qualm hat, kann Metallpfannen, dünne Steinplatten aus Schiefer oder tönerne Steinplatten als Unterlage verwenden.

7. Verzichtet auf Einweggeschirr und nehmt Euren Müll mit

Leider quellen an beliebten Grillplätzen in Parks, an Flussufern oder an Badeseen an Wochenenden die Mülltonnen über. Auf Wiesen und Kiesbänken bleiben Einweggrills, Pappteller, Wurstverpackungen, Flaschen und Kronkorken zurück. Die schönsten Orte werden so schnell vermüllt und unattraktiv. Also muss auch das Selbstverständliche angesprochen werden: Nehmt Euren Müll wieder mit nach Hause. Und spart Ressourcen, indem Ihr richtiges Geschirr oder spülbare Plastikteller und -becher nutzen. Wer dennoch Einweggeschirr benötigt, sollte auf kompostierbare Teller, Schalen und Besteck aus Pflanzenresten zurückgreifen.

8. Denkt an die Natur und die Anwohner*innen

Wenn Ihr in der Natur grillt, tut es nur dort, wo es gestattet ist. Achtet darauf, dass fliegende Funken keine Büsche oder Bäume in Brand setzen können, und respektiert die Ruhezonen für Tiere. Auch in Städten ist Grillen nicht überall erlaubt, um die Anwohner*innen und die Natur vor zu viel Rauch zu schützen. Nehmt beim Grillen im Garten oder auf dem Balkon auf jeden Fall Rücksicht auf die Nachbarschaft und verursacht möglichst wenig Qualm zu verursachen.

 

Dieser Text erschien zuerst in BIO 3/2019.

 

Dieser Beitrag stammt aus 

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