Ätherische Öle stärken die Gesundheit

Aromatherapeut: Pflanzen-Nebenstoffe auch für Menschen heilsam

Ätherische Öle aus Pflanzenextrakten etablieren sich zunehmend in der Ganzheitsmedizin. "Sie wirken positiv auf Körper und Psyche: Bei Stress, Angst oder Schlafproblemen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfweh und Erkältung - nicht als Ersatz, sondern als Unterstützung medizinischer Therapie. Teils können ätherische Öle jedoch den Antibiotika-Verbrauch reduzieren", erklärt der Lungenfacharzt Wolfgang Steflitsch, Präsident der Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie http://oegwa.at.

Gewinnung durch Destillation

Unter dem Begriff "medizinische Aromatherapie" versteht man die kontrollierte Anwendung ätherischer Öle zur Gesundheitsförderung, zur Linderung von Beschwerden, zur Therapie von Krankheiten bis hin zur Rehabilitation. "Pflanzen produzieren die Öle, um Insekten anzulocken oder Fressfeinde und andere pflanzliche Standortkonkurrenz fernzuhalten. Doch auch für den Menschen haben diese Inhaltsstoffe zahlreiche positive Wirkungen, unter anderem die Abwehr von Bakterien, Viren, Pilzen und Schimmel. Seit den 90er-Jahren wurden diese auch von zahlreichen wissenschaftlichen Studien bestätigt", so Steflitsch.
An der Gewinnung der Ölextrakte hat sich im vergangenen Jahrtausend nichts geändert, wie die Aromatherapie-Spezialistin Isabelle Pacchioni erklärt. "Die wichtigste Form ist die Destillation, bei der Wasserdampf in eine Pflanzenmasse dringt und flüchtige Moleküle aufnimmt. Durch Phasentrennung erhält man das gewünschte Öl." Daneben gibt es auch die mechanische Pressung nach dem Olivenöl-Prinzip, die etwa bei der Schale von Zitrusfrüchten verwendet wird. Die Anwendung erfolgt verdünnt, wobei das Trägermedium in der Regel pflanzliche Öle sind.

100 Kilo Melisse für fünf Gramm Öl

Wenngleich jede der 800.000 Pflanzenarten ätherische Öle beinhaltet, sind nur rund zehn Prozent für die Gewinnung verwendbar. Pacchioni begründet das mit den verschiedenen Gehaltsanteilen. "100 Kilogramm Pflanzenmasse ergeben bei Gewürznelken 13 Kilo Flüssigmasse an Ölen, bei Zitrone vier Kilogramm, bei Lavendel und Pfefferminz rund ein Kilo sowie bei Melisse bloß fünf Gramm", so die Aromatherapie-Expertin. Der Ertrag hängt jedoch auch davon ab, ob Blüten, Früchte, Wurzeln, Blätter, Schalen oder Rindestücke einer Pflanze verwendet werden.
Ätherische Öle werden oral oder sublingual eingenommen, auf die Haut massiert oder aufgesprüht oder auch inhaliert. Die Verabreichungsform bestimmt die Wirkintensität und Aufnahmezeit mit - jedoch auch die mögliche toxische Wirkung, wie Wolfgang Steflitsch darlegt. "Produkte mit hoher Qualität lösen bei richtiger Indikation und Dosis keine Nebenwirkungen aus. Nur bei extremer Überdosierung sind bei einzelnen Ölen Hautreizungen, Unverträglichkeit der Niere oder Leber sowie fotosensible Reaktionen möglich. Die Allergierate ist bei ätherischen Ölen niedriger als bei synthetischen Duftstoffen."

Erfolg mit Qualitätsprodukten

Europas führender Hersteller für Armomatherapie-Produkte ist mit einer Jahresproduktion von 150 Tonnen ätherischen Ölen das 2005 in Frankreich gegründete Unternehmen Puressentiel. Im Angebot befinden sich unter anderem Luftreiniger-Raumsprays oder Produkte zur Schlafverbesserung, Stresslinderung oder Wundheilung, die nur in Apotheken und Reformhäusern vertrieben werden. Von Mitbewerbern absetzen will sich Puressentiel-Gründerin Pacchioni durch hohe Qualitätskriterien wie etwa die Ecozert-Autorisierung der Inhaltsstoffe, die nur zudem botanisch und biochemisch genau definiert sind.

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