Badende Hunde können Leptospirose-Bakterien übertragen

Wie der Hund den Menschen anstecken kann

Wenn’s warm ist, suchen nicht nur Menschen, sondern auch Hunde gerne Abkühlung, indem sie einen Sprung ins kalte Nass wagen. Zudem schlabbern sie beim Gassi-Gehen mit Vorliebe aus Pfützen und Tümpeln. Doch das kann doppelt böse Folgen haben: für das Tier und unter Umständen auch für den Menschen.
Denn so sehr wir unsere heimischen Vierbeiner lieben, so sehr sollten wir uns auch bewusst sein, dass sie potenzielle Krankheitsüberträger sind. Die so genannte Leptospirose gehört zu den Infektionskrankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen wird. Die Erreger sind eine Gruppe von spiralförmigen Bakterien, die bevorzugt im Sommer in stehenden Gewässern zu finden sind.
In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Leptospirosefälle bei Hunden auffallend zugenommen. Das zeigt auch eine aktuelle Studie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die zudem belegt, dass verstärkt andere Leptospirentypen auftreten als die bisher am meisten verbreiteten. Als Vorbeugung steht ein Anfang der 1970er-Jahre eingeführter Impfstoff zur Verfügung, doch dieser schützt den Hund nur gegen zwei der inzwischen rund 250 bekannten Leptospirenarten.
Meistens infizieren sich Hunde durch den Kontakt mit stehendem Gewässer, das Leptospiren aus dem Urin von Zwischenwirten (vor allem Ratten und Mäuse) enthält. Hunde nehmen die Bakterien beim Saufen aus Pfützen oder beim Schwimmen in Tümpeln auf, wobei die Erreger durch die Schleimhäute (Nase, Augen, Maul) oder offene Hautwunden in den Körper eindringen.

Wie der Hund den Menschen anstecken kann

Bei engem Kontakt mit dem Hund (Vorsicht vor Urin, Speichel, Blut oder Sperma) kann sich auch der Mensch anstecken. So zum Beispiel geschehen, wenn sich der Hund den Genitalbereich leckt und anschließend sein Herrchen abschleckt. Durch kleine Verletzungen der Oberhaut können dann die im Speichel befindlichen Bakterien in den Körper des Menschen gelangen. Symptome einer Leptospirose sind hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen bis hin zu schweren Leber- oder Nierenschädigungen. In Deutschland infizieren sich pro Jahr insgesamt etwa 40 bis 50 Menschen mit dem Erreger.
Durch bestimmte Vorsichtmaßnahmen kann eine Ansteckung allerdings vermieden werden. An erster Stelle stehen dabei gewisse Hygienemaßnahmen beim Umgang mit dem Hund. So sollte man sich lieber einmal zuviel als zuwenig die Hände waschen. Auch sollte Bello seinen eigenen Schlafplatz haben und nicht den von Frauchen oder Herrchen teilen. Vor allem ist darauf zu achten, dass der Hund nicht in stehenden Gewässern badet oder daraus trinkt. Denn gerade in der warmen Jahreszeit können Bakterien im Wasser wochenlang überleben, wodurch das Ansteckungsrisiko erhöht ist.
Ist ein Hund an Leptospirose erkrankt, ist es wichtig, so schnell wie möglich die richtige Diagnose zu stellen und mit einer Antibiotika-Therapie zu beginnen. Krankheitszeichen sind Fressunlust, Erbrechen und Fieber. Später sind die Tiere abgeschlagen, bewegungsarm und atmen schwer. Gelbsucht, Blutungen sowie Nierenversagen können weitere, schwere Folgen sein. Etwa jeder zehnte infizierte Hund stirbt an den Folgen. Vor allem während der Sommermonate sollte daher bei entsprechenden Symptomen eine Leptospirose in Betracht gezogen und ein Tierarzt konsultiert werden.

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