Endlich Hilfe bei Fersensporn

Dornartiger Knochenauswuchs am Fersenbein. Die Ursachen, und was man dagegen tun kann

Etwa jeder Zehnte hierzulande bekommt irgendwann einmal einen Fersensporn, zumeist ist man im Alter zwischen 40 und 60 Jahren davon betroffen. Auslöser sind Überlastung oder Fehlstellungen des Fußes und zugleich eine chronisch verkrampfte Wadenmuskulatur. Besonders Menschen in stehenden Berufen leiden darunter. Aber auch viele Sportler, allen voran Läufer. Übergewicht und ungeeignetes Schuhwerk sind weitere Ursachen.
Die eigentliche Leidtragende ist die Achillessehne. Denn sie leitet bei jedem Schritt die enormen Kräfte der Wadenmuskulatur zur Fußsohle. Dort, wo sie an der Ferse ansetzt, ist sie besonders anfällig für Überlastungen. Halten diese länger an, kommt es zur Reizung. Darauf folgen Entzündungen. Eine chronisch anhaltende Entzündung wiederum führt schließlich zu einer knöchernen „Ausziehung“ des Fersenbeins wie Mediziner es nennen: Es entsteht ein wenige Millimeter großer Knochensporn, den man im Röntgenbild sehen kann.
Verblüffend ist: Jener Sporn ist in der Regel nicht die Hauptursache für den stechenden Schmerz. Er wird in erster Linie von den beschriebenen Entzündungen ausgelöst. Oft gehen diese über Monate und Jahre einem sichtbaren Sporn voraus. Deswegen kann die Pein bereits sehr groß sein, wenn es noch gar nicht zu einer Veränderung des Knochens gekommen ist.

Die gute Nachricht

Konventionelle Maßnahmen helfen nach Angaben des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie in 95 Prozent der Fälle. Eine Operation der Sehnenplatte (Plantarfaszie) ist die Ausnahme.
Am wichtigsten sind:

▪ Schonung der Ferse
▪ Weichbettung mit Gelkissen oder durch spezielle Einlagen, die die Ferse im Bereich des Sporns entlasten
▪ im akuten Stadium entzündungshemmende Medikamente (in schweren Fällen lokal als Spritze in die Ferse)
▪ Gewichtsreduktion bei starkem Übergewicht
▪ Dehnübungen.

Ein einfacher Trick: entlastende Dehnung

Täglich fünf Minuten Wade und Sehnen zu dehnen, kann bei Fersensporn eine deutliche Besserung bringen. Denn dadurch wird Spannung von dem entzündlichen Gewebe genommen. Stellen Sie sich rückwärts auf eine Treppenstufe oder ein Podest. Schieben Sie den betroffenen Fuß soweit von der Stufe nach hinten, bis Sie nur noch auf dem Vorderfuß stehen. Jetzt mit der Ferse vorsichtig nach unten dehnen. 20 bis 30 Sekunden halten. Lösen, kurz lockern. Mehrmals wiederholen.

Weitere Möglichkeiten

Auch der extrakorporalen Stoßwellenbehandlung, kurz ESWT, haben Studien eine sehr gute Wirksamkeit bescheinigt. Es handelt sich um energiereiche Ultraschallimpulse, die das geschädigte Gewebe zur Regeneration anregen sollen. Kalkablagerungen werden zertrümmert, und Entzündungen so gemindert.
Letztlich bleibt in sehr hartnäckigen Fällen noch die Strahlenbehandlung: Ionisierende Strahlen – in sehr geringer Dosis – können für einen nachhaltigen entzündungs- und schmerzhemmenden Effekt sorgen. Die Krankenkassen übernehmen dafür die Kosten.

Infos

www.orthinform.de
Patienteninformationsportal des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (mit Arztsuche bundesweit nach PLZ/Ort)

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