Homocystein – Risikofaktor für die Arterien

Arterienschutz durch regelmäßige Vitaminversorgung

Nicht nur erhöhte Cholesterin- und Fettwerte steigern das Risiko für eine Arterienverkalkung und damit für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch zu viel Homocystein im Blut gefährdet gesunde Arterien. Deswegen ist es wichtig, den Homocystein-Spiegel ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Eine Möglichkeit, die bislang nur wenig genutzt wird

Homocystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die beim Abbau von Eiweiß entsteht. Ein normales Zwischenprodukt im Stoffwechsel also, welches aber im Übermaß zu einem hochpotenten Zellgift werden kann. So wird bei manchen Menschen diese Aminosäure langsamer abgebaut. Der Homocystein-Spiegel im Blut steigt, das überschüssige Eiweiß setzt sich an den Wänden der Blutgefäße fest. Dadurch können Entzündungsreaktionen in Gang gesetzt und die Blutgerinnungsneigung verstärkt werden. Beides sind Faktoren, die auf lange Sicht die gefürchtete Arteriosklerose und damit Herzinfarkt und Schlaganfall fördern.

Ein Mangel an B-Vitaminen erhöht den Homocystein-Spiegel

Unter normalen Bedingungen wird Homocystein im Körper rasch ab- oder umgebaut und auf diese Weise unschädlich gemacht. Für die zügige Entgiftung sorgen vor allem drei Mikronährstoffe: Folsäure (Vitamin B9), Vitamin B12 und Vitamin B6. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke führte hierzu eine Untersuchung mit fast 1.000 Personen durch. Das Ergebnis: Menschen, die schlechter mit den Vitaminen Folsäure und B12 versorgt waren, hatten ein mehr als doppelt so hohes Risiko für einen Schlaganfall als jene Studienteilnehmer, bei denen man hohe Folsäure und B12-Werte gemessen hatte.
Klappt die Versorgung mit diesen B-Vitaminen also nicht optimal, steigt der Homocystein-Spiegel im Blut an – und damit auch das Arteriosklerose-Risiko. Als ungefährlich gelten Homocysteinwerte unter 10 bis 12 Mikromol/Liter im Blutplasma. Schon eine Erhöhung um nur 5 Mikromol/Liter steigert das Risiko für Gefäßerkrankungen bei Männern um 60 Prozent, bei Frauen sogar um 80 Prozent.
Grundsätzlich nimmt die Homocystein-Konzentration im Blut mit dem Lebensalter zu. Eine Ursache ist vermutlich, dass bei älteren Menschen mit Magen-Darmstörungen die Aufnahme des Vitamins B12 nicht mehr ausreichend gut funktioniert. Darüber hinaus ist die Versorgung mit Folsäure häufig allgemein unzureichend. Teilweise liegt dies an einer nicht ausgewogenen Ernährung mit einem zu geringen Anteil an grünem Blattgemüse und frischen Obst, aber auch daran, dass die Folsäure sehr hitze- und lichtempfindlich ist. Große Mengen des Vitamins gehen schon beim Transport, der Lagerung und beim Kochen der Lebensmittel verloren.

Arterienschutz durch regelmäßige Vitaminversorgung

Insbesondere Menschen mit schon bekannten Gefäßerkrankungen wird empfohlen, ihren Homocystein-Spiegel von einem Arzt bestimmen zu lassen. Werden dabei überhöhte Werte festgestellt, raten Experten zu einer Vitamin-Behandlung, denn nicht immer ist ein Ausgleich allein über die Ernährung möglich. Besser ist es natürlich, es erst gar nicht zu Gefäßschädigungen durch Homocystein kommen zu lassen. Neben einer frühzeitigen und lebenslangen Verbesserung der Vitaminversorgung gehört dazu auch, den Genuss von tierischen Fetten einzuschränken, auf das Rauchen zu verzichten und sich regelmäßig durch leichte sportliche Aktivitäten etwas Bewegung zu verschaffen.

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