Quinoa

Die wertvolle Eiweißquelle

Die Blüten der Quinoa leuchten knallrot, violett, gelb oder grün. Insgesamt gibt es 66 verschiedene Körnerfarben: Eine Vielfalt, die auch über den wunderbaren Nährstoffreichtum erzählt

Hand aufs Herz: Hätten Sie gedacht, dass Quinoa mit dem Spinat verwandt ist? Tatsächlich gehört das „Pseudogetreide“ – wie Spinat, Mangold und Rote Beete – zur Familie der Gänsefußgewächse. Es ist also kein Getreide. Eine Herkunft, mit der das Korn auch bei Veganern punktet, die neben tierischen Produkten häufig auf Weizen verzichten.
Quelle für Vitalstoffe. Im Unterschied dazu sind Quinoaerzeugnisse glutenfrei. Das Korn enthält gegenüber Weizen auch fast doppelt so viel Kalzium und Eisen. Zudem Mangan und Kupfer: Beides Mineralstoffe, die die Bildung eines wichtigen Enzyms aktivieren, das die Energiekraftwerke in den Zellen – die Mitochondrien – aktiviert und schützt. Dazu kommen die Vitamine C und E, Zink, Magnesium und Omega-3-Fettsäuren.
Inka-Kulturschatz. Da erstaunt es, dass die in den Hochlagen der Anden, auf 6.000 Metern beheimatete Quinoa über viele Jahrhunderte in Vergessenheit geriet. Ihr Anbaugebiet mit der höchsten Vielfalt findet sich übrigens an den Ufern des Titicacasees in Peru und Bolivien. Für die Menschen dort war das „Inka-Korn“ neben Mais und Kartoffeln ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Bis spanische Eroberer in den Jahren 1532 bis 1536 den Quinoa-Anbau untersagten, weil sie darin ein „Teufelszeug“ sahen.
Die Folgen waren dramatisch. Der europäische Weizen, den man den Bauern stattdessen aufzwang, hielt den Wetterextremen in den Anden kaum stand. Die Böden laugten aus, die Familien waren ständig hungrig, krank und müde.
Neuanfang mit Brot für die Welt. Erst mit Unterstützung der Hilfsorganisation Diaconia gelang es, dass die Menschen heute ihr Kulturgut wieder traditionell anbauen können. Mit großem Erfolg: Innerhalb von nur zehn Jahren stieg die Nachfrage nach dem Exportschlager Quinoa um das 18-fache.
Kein Wunder: Der Proteingehalt der Körner schwankt je nach Sorte zwischen elf und 18 Prozent. Und anders als in Reis oder Weizen finden sich sogar alle zehn, für den menschlichen Organismus essentiellen Aminosäuren darin! Besonders hoch ist der Gehalt an Lysin – wichtig für die Abwehrkräfte und bei Kindern für gesundes Wachstum.
Oliven-Quinoa-Salat. Um diesen Nährstoffreichtum zu nutzen, eignen sich die gekochten Körner als Beilage oder Salat. Vorher gut abspülen, dann einfach wie Reis in der doppelten Menge Wasser aufkochen (eine Tasse Quinoa, zwei Tassen Wasser). Zehn Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen, Herd ausstellen und nochmals zehn Minuten quellen lassen. Jetzt die noch warmen Körner mit frischen Basilikumblättern und schwarzen Oliven mischen. Mit Olivenöl, Limettensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Schmeckt auch kalt am zweiten Tag.
Aromatisch als Süßspeise. Statt Wasser und Gemüse kann man auch Milch verwenden und den fertig gequollenen Quinoa-Brei mit Honig und Obst servieren. Und wenn’s ganz schnell gehen soll: Im Bioladen um die Ecke gibt’s Quinoa-Riegel und Gebäck. Guten Appetit.

Infos

www.brot-fuer-die-welt.de

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