Schwindel, ein häufiges Problem – nicht nur im Alter

Die besten Tipps gegen den Kreisel im Kopf

Schwindelbeschwerden nehmen zu. Ab 65 Jahren ist jeder Fünfte davon betroffen. Was hilft und vorbeugen kann

Es ist ein Gefühl, als ziehe einem jemand den Boden unter den Füßen weg – Schwindelattacken können Betroffene im wahren Wortsinn ins Wanken bringen. Anderen dreht sich der Kopf wie ein wild gewordenes Karussell. Die Beschwerden sind so vielfältig wie die unterschiedlichen Schwindelarten. Deswegen handelt es sich auch nicht um eine Krankheit, sondern um ein sogenanntes Leitsymptom, bei dem die Funktion des Gleichgewichtsorgans im Innenohr gestört ist.
Die gute Nachricht: Kennt man die Ursache, lassen sich die Beschwerden gut behandeln. Schon in jungen Jahren kann ein zu niedriger Blutdruck oder Stress der Auslöser sein. Im Alter sind es nicht selten bestimmte Medikamente wie Betablocker oder Wassertabletten. Bestehende Erkrankungen wie Arthrose oder eine altersbedingte Makuladegeneration können zudem die Beschwerden verstärken, was aber nur Wenige wissen. Nicht zuletzt gilt es, den eigenen Grenzen Rechnung zu tragen. Das heißt, im Alltag auch ausreichend Pausen einzulegen und auf genügend Flüssigkeit zu achten.
Schwindel ist also keine Bagatelle, appellieren führende Wissenschaftler. Vor allem, wenn das „Taumeln“ oder „Schummerig werden“ immer wieder kehrt. Auch wenn es länger anhält oder mit Atemnot und Hörproblemen einhergeht, ist die ärztliche Abklärung wichtig. Frühzeitig behandelt lässt sich auch der Angst vor einer Schwindelattacke vorbeugen. Tipp: Um der Ursache auf die Spur zu kommen, ist ein Schwindeltagebuch hilfreich. Es unterstützt den Arzt bei der Therapieentscheidung. Darin sollte jede Schwindelattacke mit Datum, Dauer und Begleitbeschwerden (z. B. Übelkeit, Kopfschmerzen) eingetragen werden.
Therapie. Bestimmte Medikamente, die das Gewebshormon Histamin blockieren, können bei Schwindel mit Übelkeit das Gehirn beruhigen und den Brechreiz lindern. Sind Durchblutungsstörungen des Gehirns ursächlich, hat sich die Heilpflanze Ginkgo bewährt. Ihre Wirkstoffe können die Fließeigenschaften des Blutes verbessern. Bei leichteren Beschwerden sind Komplex-Homöopathika (z. B. „Vertigoheel“, rezeptfrei in Apotheken erhältlich) eine weitere Alternative. Im Unterschied zu chemisch hergestellten Medikamenten haben diese Mittel keine dämpfende Wirkung, machen also nicht müde, und auch die Fahrtüchtigkeit bleibt erhalten. Sehr gut zur Vorsorge geeignet: Tanzen und Tai-Chi, ein chinesisches Bewegungs-, Konzentrations- und Meditationssystem. Viele Gleichgewichtsübungen lassen sich zudem in den Alltag integrieren. Beispiel: Strecken Sie im Sitzen einen Arm aus und fixieren Sie den Zeigefinger mit den Augen. Dann den Finger zur Nase und zurückführen, ohne ihn dabei aus den Augen zu verlieren.

Weitere Übungen unter: www.schluss-mit-schwindel.de.

Petra Peschel

Zurück