Tierische Helfer gegen Einsamkeit und Krankheit

Sprachförderung durch „Dr. Flipper“

Hunde helfen Blinden bei der Orientierung und dienen als „pädagogische Assistenten“ in Schulen. Logopäden arbeiten mit Tieren als Brücke und Kontaktmittel bei Kindern mit Sprechstörungen. Auch Schulen, Wohnheime für behinderte Menschen und Altenpflegeheime nutzen den „Vier-Pfoten-Effekt“: Ältere Menschen benötigen oft erstaunlich weniger Medikamente, sindvergnügter und weniger nervös, und darüber hinaus auch noch aufgeschlossener. Doch nicht nur „Streicheltiere“ wie Hunde, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen, sondern auch Enten, Gänse, Schafe, Ziegen oder Schweine werden heutzutage therapeutisch eingesetzt.
Mit der Hippotherapie, der krankengymnastischen Behandlung mit und auf dem Pferd, werden beispielsweise Kinder mit frühkindlicher Hirnschädigung, an Multipler Sklerose Erkrankte oder Patienten nach Schädel-Hirn-Trauma behandelt. Ähnliche Verfahren gibt es sogar mit Lamas oder Alpakas. Wer aber Angst vor diesen Vierbeinern hat, dem kann vielleicht ein Delfin helfen.

Sprachförderung durch „Dr. Flipper“

Ganz genau weiß man nicht, warum gerade die Arbeit mit Delfinen bei Kindern die unter schweren Kommunikations- und Kontaktstörungen leiden, so gut hilft. Forschungsergebnisse und Erfolge aus der Praxis sprechen aber für sich.
Bereits in den 1970er-Jahren begann der US-Psychologe Dr. David Nathanson mit Delfinen und behinderten Kindern zu arbeiten. Er fand heraus, dass die Kinder durch die Gegenwart der Tiere zwei- bis zehnmal schneller lernten als in anderen vergleichbaren Lernsituationen. Man entdeckte zum Beispiel, dass Kinder die vorher noch nie gesprochen hatten, erstmalig verständliche Worte bildeten. Die Erfolge der Therapie seien darauf zurückzuführen, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Patienten durch die Delfine verlängert werde. So wird den Tieren praktisch eine Verstärkerfunktion zugesprochen. Dazu kommt noch der Entspannungsfaktor, der durch den Aufenthalt im Wasser entsteht. Mit einer Delfintherapie behandelt werden heute vor allem Kinder mit Down-Syndrom, Autismus, Spasmus oder Traumata verschiedenster Ursache.
Natürlich gibt es auch Kritiker wie Dr. Karsten Brensing von der Walschutzorganisation „Whale and Dolphin Conservation Society“ (WDCS), der Delfine in Gefangenschaft grundsätzlich ablehnt. Zudem sei das Verletzungsrisiko für den Menschen zu groß. Das Zwischenergebnis einer Studie der Universität Würzburg und des Nürnberger Delfinariums unter Leitung von Prof. Erwin Breitenbach lautet: Vor allem die Eltern von betroffenen Kindern haben einen Fortschritt festgestellt, die behandelnden Therapeuten jedoch nicht. Im zweiten Teil der Studie wird weiter nach Erfolgsfaktoren gesucht.
Weltweit gibt es schätzungsweise 100 Einrichtungen und Organisationen, die eine Delfintherapie anbieten. Da der Begriff„Delfintherapie“ nicht genormt ist, hat fast jedes Zentrum ein eigenes Konzept.

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