Weltschlaftag: Atemnot im Schlaf oft übersehen

Frühe Therapie verhindert gefährliche Folgen der Schlafapnoe

Die Krankheit Schlafapnoe, die sich durch Schnarchen mit Atemaussetzern kennzeichnet, ist trotz ihrer schlimmen Folgen noch wenig bekannt. Darauf macht die European Respiratory Society http://dev.ersnet.org anlässlich des heutigen "Weltschlaftages" aufmerksam. "Die wichtigsten Anzeichen dafür sind so geläufig, dass sie im Alltag und selbst in manchen Arztpraxis oft übersehen oder nicht richtig zugeordnet werden", so die Lungenexperten in ihrer Pressemitteilung. Rechtzeitige Diagnose und Behandlung können die gefährlichen Folgen jedoch gut abwenden.

Tagesmüdigkeit als Warnhinweis

Zu den Atemstörungen im Schlaf zählt man verschiedene chronische Beschwerden, bei denen die Atmung viele Male pro Nacht über Sekunden bis hin zu einer Minute aussetzt. Grund ist eine Verengung der Atemwege, die den Luftstrom kurzzeitig unterbricht. Das Gehirn reagiert auf die fehlende Sauerstoffzufuhr mit einer lebenswichtigen Weckreaktion. Auch wenn Betroffene ihr Problem nicht bemerken, sind sie während des Tages meist sehr müde, erschöpft und weniger einsatzfähig. Die am meisten verbreitete nächtliche Atemstörung ist die obstruktive Schlafapnoe.
Die meisten Schlafapnoe-Patienten sind Männer, wobei Übergewichtige, Raucher oder Alkoholiker besonders gefährdet sind. Doch sogar drei Prozent aller Kindern haben dieses Leiden. Bei ihnen kann das Leiden tagsüber zu Hyperaktivität, schlechten Schulleistungen oder Aggressivität führen und viele dieser Gruppe sind auch Bettnässer. Da die Verursacher bei Kindern häufig vergrößerte Mandeln sind, werden diese in der Behandlung entfernt.

Frühe Behandlung senkt Risiken

Wird schwere Schlafapnoe nicht behandelt, kann sie schlimme Folgen haben. Die Sterberate steigt bei Erwachsenen mittleren Alters um 46 Prozent, darüber hinaus steigt die Gefahr für Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Störungen. Sogar Schädigungen des Gehirns treten bei Apnoe-Patienten häufig auf, wie Forscher zeigen konnten. Weitere Folgen, die auf die fehlende Ausgeschlafenheit untertags zurückzuführen sind, sind das höhere Risiko für Unfälle in der Arbeit und im Verkehr.
Nächtliche Atemstörungen können jedoch gut behandelt und ihre Folgerisiken vermieden werden, besonders bei früher Erkennung. Am Anfang steht die genauere Bestimmung im Schlaflabor, ehe eine Therapie mit dem Ziel die Wiedererlangung gesunden Schlafatmung einsetzt. Wirksam sind dabei Lebensstiländerungen, zu denen Gewichtsabnahme, Verzicht auf Rauchen, Alkohol und Beruhigungsmittel gehören. Besonders hilfreich ist eine Pressluft-Maske für die oberen Luftwege, Mundstücke zum Freihalten der Luftwege oder die Operation zur Weitung der gefährdeten Passagen.

 

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