Wie Vitamine positiv auf die Wechseljahre einwirken können

Phytoöstrogene steigern das Wohlbefinden enorm

Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen – das sind leider allzu oft die Begleiter der unausweichlichen Menopause. Neun von zehn Frauen haben während dieser Zeit unmittelbar mit Wechseljahresbeschwerden zu tun. In der Regel setzt diese Lebensphase zwischen dem 44. und 52. Lebensjahr ein, kann jedoch auch bereits Mitte bis Ende 30 beginnen.
Verantwortlich für sämtliche Begleiterscheinungen sind in erster Linie abrupte Hormonveränderungen: Die Konzentrationen von Östrogenen und Progesteron nimmt ab. Als Folge steigt das follikelstimulierende Hormon (FSH) teilweise extrem an. Diese Störungen können langfristig zu Beschwerden führen.
Was aber hilft? Die Frage einer Hormontherapie muss immer individuell abgeklärt werden. Risiken entstehen, wie der Skandal um die„Hormonersatztherapie“ gezeigt hat, durch den Einsatz von unnatürlichen Hormonersatzstoffen oder durch die nicht individualisierte Einheitstherapie. Eine Hormonersatztherapie, die diesen Namen auch verdient, muss immer die persönlichen Umstände einbeziehen. Welche die individuell optimale Therapie ist, kann nur der Arzt nach ausführlicher Analyse des Hormonstatus und weiterer Abklärungen sagen. Die individuelle Ergänzung sollte ausschließlich mit den körperidentischen Hormonen Östriol, Östradiol und Progesteron erfolgen. Allerdings gibt es bislang nur wenige Praxen in Deutschland, die tatsächlich ausschließlich körperidentische Hormone einsetzen.

Phytoöstrogene steigern das Wohlbefinden enorm

Epidemiologische Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen mit einem hohen Konsum an Sojaprodukten (Asien, teilweise USA) weit weniger unter Beschwerden und Risiken leiden. Grund dafür sind die im Soja enthaltenen Isoflavone (Phytoöstrogene), die offenbar einen ähnlichen Effekt wie Hormone aufweisen. Bei einer täglichen Dosis von 30 bis 90 mg steigern sie das Wohlbefinden und können helfen, die hormonelle Balance zu regulieren. Erfahrungsberichte bestätigen einen spürbaren Erfolg schon nach drei bis vier Wochen bei regelmäßiger Einnahme.
Darüber hinaus sind sämtliche B-Vitamine wichtig: Vitamin B1 unterstützt und stabilisiert Nerven und Herz-Kreislauf-System. Pantothensäure (Vitamin B5) erhöht die Stressresistenz, schützt die Schleimhäute und begünstigt das Haarwachstum. Vitamin B6 ist am Auf- und Abbau von Eiweißen beteiligt. Davon hängt unter anderem auch die Bildung der Botenstoffe des Gehirns ab. Folsäure wird bei der Zellteilung benötigt und spielt eine entscheidende Rolle bei der Gefäßgesundheit. Es fördert die Produktion von Antikörpern durch B-Lymphozyten sowie das Wachstum von Haaren und Nägeln. Vitamin B12 kann Stimmungslage und Konzentration positiv beeinflussen.
Was viele nicht wissen: Vitamin E reduziert die durch Hormonschwankungen hervorgerufene Bildung von freien Radikalen und stabilisiert die körperliche Befindlichkeit. In Studien belegt: Frauen, die hoch dosiertes Vitamin E in Pillenform einnahmen, hatten weniger Beschwerden.
Zur Prävention von Osteoporose sind außerdem Kalzium und Magnesium wichtig. Für die Kalziumaufnahme ist Vitamin D3 nötig. Das bildet der Körper im Sommer durch die Sonne. In sonnenarmen Zeiten muss es eingenommen werden, da in mitteleuropäischen Breiten die Aufnahme über die Nahrung praktisch nie ausreichende Blutspiegel garantieren kann. Ein guter Vitamin D-Blutspiegel bewirkt zudem einen erheblichen Schutz vor Krebs. Das Risiko, an Depressionen zu erkranken, sowie die Herz-Kreislauf-Mortalität – so zeigen neueste Ergebnisse – werden reduziert. Frauen, die den wechseljahresbedingten Verlust an Hormonen ausgleichen und für eine gute Versorgung mit B-Vitaminen, Vitamin E und D, Calcium und Magnesium sorgen, können die neue Lebensphase gelassen genießen.

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