Folsäure senkt Schlaganfall-Risiko

Deutschland ist Mangelgebiet

Homocystein ist ein wichtiger Risikofaktor für das Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieses Stoffwechselzwischenprodukt entsteht beim Abbau eines Eiweißbestandteiles aus der Nahrung. Wird es nicht durch seinen Gegenspieler, die Folsäure, unschädlich gemacht, dann reichert es sich im Blut an. Zuviel Homocystein kann dazu führen, dass sich die Arterien verengen und die Blutgefäßwände verhärten. Der Blutfluss durch die Gefäße wird behindert und die Versorgung von lebenswichtigen Organen wie Herz oder Gehirn kann zum Erliegen kommen.
Eine neue Auswertung von acht Studien mit insgesamt 16.000 Teilnehmern, die sich mit dem Thema Folsäure und Schlaganfall beschäftigten, ergab, dass Folsäure das Risiko für einen Schlaganfall um fast 20 Prozent senken kann! Den größten Nutzen hatten Patienten, die das Vitamin regelmäßig über drei Jahre eingenommen hatten. Studienteilnehmer, bei denen durch die Folsäurezufuhr der Blutspiegel des gefäßschädigenden Stoffes Homocystein um mehr als ein Fünftel gesunken war, profitierten am meisten.

Deutschland ist Folsäuremangelgebiet

Deutschland gilt als Folsäuremangelgebiet, denn die Deutschen nehmen durchschnittlich nur 240 Mikrogramm pro Tag zu sich. Ernährungsexperten empfehlen dagegen eine tägliche Zufuhrt von 400 Mikrogramm. Besonders reich an Folsäure sind unter anderem: grüne Blattgemüse, Vollkornprodukte, Leber, Hülsenfrüchte und Soja. Ausschließlich mit Hilfe der Nahrung ausreichend Folsäure aufzunehmen ist jedoch nicht immer ganz einfach. Denn Folsäure ist nicht nur wasserlöslich, sondern auch temperatur-, licht- und sauerstoffempfindlich. Beim Kochen wie auch beim Lagern von Lebensmitteln wird Folsäure schnell zerstört. Deshalb empfiehlt sich eine Ergänzung mit hochdosierter Folsäure, beispielsweise in Tablettenform. Besonders Menschen, bei denen bereits erste Anzeichen einer Herz-Kreislauf-Schwäche aufgetreten sind und deren Homocystein-Spiegel 15 mm/l (Mikromol pro Liter Blut)) übersteigt, profitieren von einer Nahrungsergänzung mit Folsäure. Als normal gelten allgemein Homocysteinwerte bis 10 mm/l. Bestimmt werden kann die Höhe des Homocystein-Spiegels beim Arzt, in dessen Hände auch die Behandlung mit hochdosierter Folsäure gehört.

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