Angst vor dem Zahnarzt

Wie die Hypnose helfen kann

An den Gang zum Zahnarzt denken viele mit Schrecken. Den kann eine Hypnose nehmen

Srrrrrnnnsssss – schon alleine bei dem Gedanken an das Geräusch des Bohrers bekommen viele Menschen Schmerzen. Etwa jeder Fünfte hat Angst vorm Zahnarztbesuch. Wochen und Tage vor dem Termin kommt es dann zu Schlaf- und Appetitlosigkeit, Beklemmung und Muskelverkrampfungen. Die eigene Fantasie über den vermeintlichen Horror der anstehenden Behandlung geht regelrecht mit einem durch.
Immer mehr Zahnärzte bieten Behandlungen unter Hypnose an, so auch Dr. Michael Rak aus Bernried. Anlässlich des „Tages der sanften Zahnheilkunde“ im Juni dieses Jahres hatte er in seiner Praxis am Starnberger See zu Live-Demonstrationen eingeladen. Die Hypnose ist in der Zahnarztpraxis keineswegs ein spektakuläres Ereignis, wie man es von manchen Bühnenhypnosen kennt. Allein durch beruhigende Worte wird der Patient in einen entspannten Trancezustand versetzt, in dem er sich auf angenehme innere Bilder konzentriert und auf eine Phantasiereise geht. Der Zahnarzt leitet im Gespräch auf beiläufige, fast unmerkliche Weise einen veränderten Bewusstseinszustand ein – und damit eine tiefe Entspannung.
„Ich war gedanklich an einem schönen Ort und habe kaum mehr mitbekommen, was im Mund passiert“, berichtet eine 32-jährige Patientin. Bei rund 90 Prozent der Bevölkerung sind laut der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose solche Erfolge möglich.
Vor allem bei • Behandlungsangst • Phobie vor Spritzen • Betäubungsmittel-Unverträglichkeit • Würgereiz • Bruxismus (Zähneknirschen) • Gebissabdruck • sowie in der Kinderbehandlung hat sich die zahnärztliche Hypnose bewährt.
Dass man sich dabei dem Therapeuten willenlos ausliefert, ist übrigens ein unbegründetes Vorurteil, ein Ammenmärchen. Man behält während der ganzen Zeit die Kontrolle über sich und tut oder sagt nichts, was man nicht möchte. Man fühlt sich eher so, wie abends kurz vor dem Einschlafen: mit Schwere und Wärme im Körper. Außerdem schlägt der Puls langsamer, die Atmung wird tiefer, die Muskulatur entspannt sich.
Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass unangenehme Empfindungen derart ausgeblendet werden können, dass sogar chirurgische Eingriffe möglich sind.
Einziger Wermutstropfen: Leider ist die zahnärztliche Hypnose keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Kosten: ca. 50 bis 120 Euro pro Behandlung.

Infos:
www.dgzh.de. Bei der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose e. V. findet sich unter „DGZH-Hypnoseärzte“ eine bundesweite Liste von Zahnärzten mit zertifizierter Hypnoseausbildung
www.hypnose-dgh.de. Auch bei der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie findet man Arztkontakte unter „Therapeutenliste“

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