Ginkgo

Durchblutungsfördernd von Kopf bis Fuß

Der Ginkgo (Ginkgo biloba) ist ein ganz besonderer, ja sogar einzigartiger Baum. Er könnte durchaus im Guiness Buch der Rekorde auftauchen: als älteste bekannte Baumart der Welt. Er existiert seit über 250 Millionen Jahren und hat sich in dieser Zeit kaum verändert. Heute wird er vor allem aufgrund seiner durchblutungsfördernden Eigenschaften geschätzt.

Bei einer derartig langen Vergangenheit ist es kein Wunder, dass der Ginkgo es nicht eilig hat. Von der Bestäubung bis zur Befruchtung vergehen einige Monate, für die Keimung des Samens lässt er sich bis zu zwei Jahre Zeit und 20 bis 35 Jahre bis zu seiner ersten Blüte. In China nennt man ihn auch den „Großvater-Enkel-Baum“, weil erst die Enkel die Samen des Baumes ernten, den der Großvater gepflanzt hat. Diese pistazienähnlichen Samen werden in Asien als Delikatesse geschätzt.
Dass er als Art Millionen Jahre und als Individuum Jahrtausende überstehen kann, verdankt der Ginkgo seiner erstaunlichen Lebenskraft. Er ist unempfindlich gegenüber Luftschadstoffen, weshalb man ihn heute gern in Städten als Straßen- oder Parkbaum anpflanzt, und auch resistent gegen Viren, Bakterien, Pilze und Insektenfraß.
Den wohl eindrucksvollsten Beweis für seine Lebenskraft lieferte ein Baum in Hiroshima, den die Explosion der Atombombe zerfetzte und verbrannte. Aber schon im nächsten Frühling wuchsen aus dem verkohlten Stamm neue, grüne Triebe. Inzwischen ist er wieder zu einem stattlichen Ginkgo herangewachsen, der Teil einer Tempelanlage und einer Gedenkstätte ist.

Am heilsamsten sind die Blätter

In den 1960er Jahren fanden deutsche Wissenschaftler heraus, dass ein Extrakt aus Ginkgoblättern die Durchblutung verbessert. Inzwischen ist etwa jedes dritte gegen Durchblutungsstörung verordnete Medikament ein Ginkgo-Präparat. Es wird sogar bei entsprechender Indikation von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Aber damit ist seine gesundheitliche Wirkung noch keinesfalls erschöpft.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden seit Jahrtausenden nicht nur die Blätter, sondern auch Rinde, Samen und Wurzeln des Ginkgos verwendet.
Die Anwendungsmöglichkeiten von Extrakten aus Ginkgoblättern sind vielfältig. An erster Stelle stehen die gefäßerweiternden und durchblutungsfördernden Eigenschaften, die sich von Kopf bis Fuß bis auf den ganzen Körper auswirken. Sie helfen bei Beinschmerzen im Zusammenhang mit der so genannten Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens), bei Krampfadern, Erektionsstörungen und funktionellen Herzbeschwerden.
Vor allem erstreckt sich die Wirkung aber auch auf die verschiedenen Folgen zerebraler Durchblutungsstörungen: Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus, Höhenkrankheit, depressive Verstimmungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen bis hin zu Demenz und Alzheimer. Wissenschaftlich belegt sind hier Erfolge bei einer Tagesdosis von 240 mg Ginkgoextrakt.
Anwendung: Die Tagesdosis von 240 mg Extrakt sollte nicht überschritten werden, denn sonst kann es zu Durchfall, Reizbarkeit oder Ruhelosigkeit kommen. Da es sich hier um ein potentes Mittel handelt, ist es wichtig, auf die richtige Dosierung zu achten und das Mittel am besten unter therapeutischer Aufsicht zu nehmen. Bei richtiger Dosierung sind Ginkgoextrakte aber gut verträglich und können über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Das ist auch notwendig, denn wie bei vielen pflanzlichen Heilmitteln dauert es auch bei Ginkgopräparaten einige Zeit, bis sich der Erfolg einstellt. Bei zerebralen Durchblutungsstörungen geht man von etwa acht Wochen aus.

Auszug aus: Reinhard Eichelbeck: „Gesund-heit, die man essen kann“, BIO Ritter Verlag, ISBN 978-3-920788-53-1, € 29,80

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