Honig – Medizin zum Naschen

Heilkraft von Kopf bis Fuß

Höhlenmalereien zeugen davon, dass die süße Delikatesse sogar schon in der Steinzeit Verwendung fand. Dabei hat sie sich nicht nur als Arznei bewährt, sondern kann auch Krankheiten wie Arteriosklerose oder Osteoporose vorbeugen.

Ob Linden-, Akazien- oder Orangenblütenhonig – das aromatische Naturprodukt ist als Lebens- und Naturheilmittel überaus beliebt: Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von ca. einem Kilogramm liegt Deutschland weltweit sogar an der Spitze. Doch nicht nur Naschkatzen schwören auf das süße Gold. Als köstliches Rezept für Gesundheit und Wohlbefinden spendet es vor allem Energie, hilft bei Erschöpfung schnell auf Trab und stabilisiert den Kreislauf. Besonders wertvoll sind auch die antibakteriellen und antientzündlichen Eigenschaften. Möglich machen das über 180 kostbare Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Pollen, Enzyme und Proteine.
Die enthaltenen Antoxidanzien sorgen für einen nachhaltigen Zellschutz. Dies bestätigt eine Studie der University of California. Außerdem wirken sie positiv auf die Blutfettwerte und schützen so die Gefäße. Regelmäßiger Honigkonsum kann deswegen Herzinfarkt und Schlaganfall entgegen wirken. Der auf Traditionelle Chinesische Medizin spezialisierte Professor Matthias Kunth aus Pfaffenhofen empfiehlt: „Zwei Teelöffel Honig täglich eingenommen ist eine ideale „Herznahrung“ und gerade ab der Lebensmitte als Prophylaxe zu empfehlen.“
Einen besonders hohen Gehalt an Antioxidanzien hat Buchweizen-, Edelkastanien- und Manukahonig. Letzterer stammt aus dem Blütennektar des neuseeländischen Manukastrauchs und ist der König unter den Honigsorten (siehe auch den Beitrag „Heilmittel Honig“, BIO 2/2014). Nicht umsonst nutzen ihn die Maori seit Jahrhunderten gegen Entzündungen, Infektionen und Erkältungskrankheiten.
Seine beeindruckende antibakterielle Wirkung belegen heute zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen. Verantwortlich dafür soll Methylglyoxal (MGO) sein. Der Dresdener Forscher Professor Thomas Henle hatte das Zuckerabbauprodukt vor einigen Jahren identifiziert. „Während handelsübliche Honige MGO-Gehalte von maximal einem bis zwei Milligramm pro Kilogramm aufwiesen, fanden wir für Manuka-Honige Gehalte von 300 bis 700 Milligramm pro Kilogramm“, resümiert er. Weitere Studien bescheinigen dem Manukahonig, dass er sogar antibiotikaresistente Bakterien abtöten kann.

Honig – das Multitalent

Pur oder als Getränk genossen kann Bienenhonig auch bei einer alltäglichen Blasenentzündung wertvolle Dienste leisten. Tipp: Einen Teelöffel Honig in einer Tasse mit heißem Wasser auflösen und trinken. Geben Sie je nach Geschmack eine Messerspitze Zimt dazu. Denn dieser wird in der Naturheilkunde ebenfalls für seine antibakteriellen Eigenschaften gelobt. Auch die Verdauungsorgane profitieren vom Honig, zum Beispiel bei einer Magenübersäuerung.
Hätten Sie gedacht, dass ein honigsüßes Frühstück außerdem die Knochen schützen kann? Das haben amerikanische Wissenschaftler an der Universität von West Lafayette herausgefunden. Demnach kann der Organismus ca. 35 Prozent mehr Kalzium aufnehmen, wenn der Mineralstoff gemeinsam mit Honig zugeführt wird. Das Hausmittel unserer Großmütter – heiße Milche mit Honig – tut also nicht nur bei Erkältungen gut.
Auch süße Träume macht eine warme Honigmilch möglich. Denn der Honig hilft, die in der Milch enthaltende Aminosäure Tryptophan zum Gehirn zu transportieren. Dort angekommen wird sie in das Glückshormon Serotonin umgewandelt. Entspannung ist da garantiert.
Nicht zuletzt ist die Naturarznei für viele äußere Anwendungen geeignet, zum Beispiel als Wundauflage. Bei Arthritis freuen sich auch schmerzende Gelenke über einen Honigumschlag: Fünf Esslöffel Honig im Wasserbad auflösen, und ein drei- bis vierfach gefaltetes Tuch damit tränken. Auf die schmerzende Stelle legen, mit einem weiteren Tuch fixieren.

„Urban Beekeeping“: Zukunft für die Honigbienen

Immer mehr Hobby-Imker halten und pflegen Bienen in der Stadt und ernten ihren eigenen Honig. Ob auf dem Fenstersims, Balkon oder Dach: Fürsorge für Bienen, deren Existenz vielerorts mangels Nahrungsquellen bedroht ist, wird zunehmend wichtiger. Ganz einfach mit einer Bienenkiste. „Urban Beekeeping“ ist mittlerweile in zahlreichen deutschen Städten verbreitet. Unter dem Dach der Initiative „Deutschland summt!“ (www.deutschland-summt.de) brummt es in Berlin zum Beispiel von prominenten Dächern wie dem Berliner Dom. Auch in Frankfurt, München, Hamburg, Hannover, Osterholz-Scharmbeck und Schweinfurt hat das Stadtimkern viele Anhänger gefunden. Wer nicht selbst imkern kann oder möchte, kann auch Waldbienenpate werden und bei Pflanzaktionen von heimischen, nektar- und pollenreichen Pflanzen mithelfen.

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