Magnesium – besonders wichtig für Diabetiker!

Jeder Fünfte leidet unter Magnesiummangel

Allgemein verbreitet ist die Ansicht, dass eine ausgewogene Ernährung den täglichen Magnesiumbedarf von 300 mg sicherstellt. Doch Experten wie Prof. Dierk-Hartmut Liebscher, Facharzt für Biochemie in Berlin, widersprechen: „Das stimmt so sicher nicht. Aufgrund von Ernährungsstudien ist bei 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung von latentem Magnesiummangel auszugehen.“ Im Körper entsteht Magnesiummangel durch eine verminderte Aufnahme im Darm und durch zu schnelles Ausscheiden über Nieren und Haut. Daneben gibt es auch einen genetisch bedingten Magnesiummangel, von dem in Deutschland nach Expertenmeinung bis zu 800.000 Menschen betroffen sein können. Die weitaus häufigste Ursache jedoch ist eine zu geringe Magnesiumaufnahme (z.B. durch einseitige Diäten, bei zu geringer Nahrungszufuhr - insbesondere im Alter - oder bei erhöhtem Bedarf infolge von Belastungen, Stress, Sport und Schwangerschaft). Auch bestimmte Medikamente können die Magnesiumbilanz im Körper verschlechtern (z.B. Wasser treibende Mittel, Antibiotika, Chemotherapeutika).

Warum regelmäßige Kontrollen des Magnesiumsspiegels für Diabetiker wichtig sind

Mehr noch aber nehmen Alkoholkonsum, chronische Darm- und Nierenerkrankungen und vor allem die Krankheit Diabetes Einfluss auf den Magnesiumspiegel. So belegte eine Studie an der Universität Stuttgart-Hohenheim, dass von rund 5.500 Diabetikern nur 11 Prozent der insulinpflichtigen und 15 Prozent der nicht-insulinpflichtigen Patienten optimale Magnesiumwerte im Blutserum hatten. Ein Magnesium-Mangel kann indes für den Verlauf der Zuckerkrankheit fatale Folgen haben. „Umfangreiche epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei erniedrigten Magnesium-Konzentrationen im Blut erhöht ist“, bestätigt Prof. Hans-Georg Classen, Pharmakologe und Toxikologe am ernährungswissenschaftlichen Institut der Uni Hohenheim. Aktuellen Erkenntnissen zufolge, scheint ein Magnesium-Mangel entzündliche Prozesse zu fördern, die wiederum die Gefäßwände schädigen. Außerdem wird Magnesium bei Diabetikern häufig vermehrt über die Nieren ausgeschwemmt. Das wichtige Mineral verbessert selbst die Wirksamkeit von Insulin. Daraus wird deutlich: Ein Mangelzustand schadet dem Diabetiker mehrfach, weshalb regelmäßige Kontrollen des Magnesiumspiegels unverzichtbar sind. Einer US-Studie zufolge soll Magnesium sogar Darmkrebs vorbeugen können. Vermutlich verhindert der Mineralstoff ein unkontrolliertes Wachstum der Zellen in der Darmschleimhaut. Die Forscher empfehlen die Aufnahme von täglich mindestens 300 bis 400 mg Magnesium, um das Darmkrebsrisiko gering zu halten.

Magnesium - welche Präperate sind empfehlenswert

Es gibt zahlreiche Magnesium-Präparate (Tabletten, Dragees, Granulate), die in der Apotheke rezeptfrei erhältlich sind. Auch Drogerien und Supermärkte haben eine ganze Palette solcher Nahrungsergänzungsmittel in den Regalen. Diese meist preiswerteren Mittel enthalten in der Regel 20 Tabletten a 150 mg Magnesium in Form des Magnesiumcarbonats und kosten ca. 0,70 €. Magnesiumcarbonat hat den Vorteil, dass durch das Carbonat-Anion gleichzeitig überschüssige Magensäure gebunden wird. Ein gewisser Nachteil dieser Präparate liegt darin, dass die Magnesiumaufnahme durch den Darm in das Blut (Bioverfügbarkeit) nicht so gut ist wie für Magnesiumpräparate mit organischen Säuren wie beispielsweise Aspartat, Citrat oder Orotat. Bei den Magnesium-Präparaten mit organischen Säuren handelt es sich zumeist um Arzneimittel, die in Apotheken erhältlich sind. Besonders zu empfehlen sind Präparate mit mindestens 300 mg Magnesiumgehalt.

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