Natürliche Hilfen gegen chronische Verstopfung

Ernährungsumstellung und Sport

Etwa ein Viertel der westlichen Bevölkerung leidet unter chronischer Verstopfung. Diese Volkskrankheit führt zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität und erzeugt bei den Betroffenen einen hohen Leidensdruck. Die bewährten Empfehlungen, wie mehr Ballaststoffe, mehr Bewegung und viel Trinken, führen leider bei Menschen mit chronischer Verstopfung nicht immer zum Erfolg. Experten raten dann zum Einsatz von Abführmitteln. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, da sie weder Nebenwirkungen haben noch abhängig machen sollten.

Wann spricht man von Verstopfung?

Von normalem Stuhlgang sprechen Ärzte, wenn man dreimal täglich bis dreimal wöchentlich auf die Toilette kann. Wer also nicht täglich Stuhlgang hat, leidet noch lange nicht unter einer Verstopfung. Eine chronische Obstipation, wie es in der medizinischen Fachsprache heißt, liegt erst dann vor, wenn mindestens zwei der folgenden Beschwerden über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten auftreten: - weniger als drei Stühle pro Woche - heftiges Pressen beim Absetzen des Stuhls nötig - harter oder knolliger Stuhl - Gefühl der unvollständigen Darmentleerung sowie - die Notwendigkeit einer manuellen Hilfe beim Stuhlabsetzen, wie zum Beispiel ein Einlauf.
Zu einer Verstopfung kommt es häufig durch Erkrankungen, Medikamente oder geänderte Lebensumstände. Nicht selten wird allerdings auch gar keine Ursache für die Stuhlprobleme gefunden. Dann spricht man von einer funktionellen Obstipation.

Ernährungsumstellung und Sport

Die Empfehlungen bei Verstopfung lauten meist: mehr Ballaststoffe, mehr körperliche Bewegung und viel Trinken. In allen Fällen reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus, um das Problem zu lösen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich die Beschwerden bei weniger als der Hälfte der Patienten verbessern, wenn sie mehr Ballaststoffe zu sich nehmen. Ähnlich verhält es sich mit dem Tipp, sich mehr zu bewegen: Die Studienlage hierzu ist nicht eindeutig. Bei bettlägerigen Personen verbessern sich die Beschwerden der Verstopfung, wenn sie ihre normalen Alltagsaktivitäten wieder aufnehmen. Noch unbewiesen ist allerdings, ob zusätzliche sportliche Aktivitäten einer Obstipation entgegen wirken können. Ebenso gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Daten, die nachweisen, dass eine Steigerung der täglichen Trinkmenge um ein bis zwei Liter eine günstige Auswirkung auf die Obstipation hat.

Was man bei Abführmitteln beachten sollte

Dennoch sollte man die Empfehlungen zur Ernährungs- und Bewegungsumstellung zunächst befolgen. Erst wenn diese Maßnahmen mittelfristig nicht helfen, kann man es mit einem Abführmittel versuchen. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass es wirksam und gut verträglich ist. Vor allem sollte eine Langzeitanwendung ohne Gewöhnung möglich sein. Ferner dürfen keine Wechselwirkungen mit Arzneimitteln und keine Blähungen und Krämpfe auftreten. Insbesondere sollten dem Körper weder Wasser noch Mineralstoffe entzogen werden, denn dies kann der Gesundheit auf Dauer erheblich schaden und eine Verstopfung noch verstärken.
Dazu allerdings sind nur wenige Abführmittel in der Lage. Eine Ausnahme stellen Makrogole in Kombination mit Mineralstoffen dar. Denn diese  beeinflussen den Wasser- und Elektrolythaushalt in der Regel nicht. Makrogole werden zusammen mit Wasser aufgenommen, erweichen und verdünnen den Stuhl im Dickdarm und bewirken so, dass er leichter abgesetzt werden kann.

Zurück