Was der Kürbis alles kann

Dekorativ, lecker und gesund

Er lässt sich dekorativ schnitzen, in der Küche schmackhaft anrichten und dient auch unserer Gesundheit. So vielfältig wie die Verwendung von Kürbis, sind auch seine heilkräftigen Inhaltsstoffe

Der Kürbis, botanisch gesehen tatsächlich eine Beerenfrucht, hat Saison. Zu Halloween im Herbst ist er der Star: Ausgehöhlte und ausgeleuchtete Kürbisse sollen einem amerikanischen Brauch zufolge alljährlich am 31. Oktober böse Geister vertreiben.
Doch nicht nur Rituale rund um den Kürbis liegen voll im Trend. Mehr als 850 Sorten gibt es: vom kleinen Zierkürbis über den mittelschweren für Gourmets bis hin zu den hunderte Kilogramm wiegenden Riesenkürbissen, die auf Festen um den Rang als größtes Schwergewicht kämpfen.
Die meisten Kürbisse sind essbar. Bekannte Sorten sind der kastanienartig schmeckende Hokkaido, der cremige Butternuss und der mitunter schlangenartig gebogene Moschuskürbis. Mannigfaltig sind auch die Ingredienzen. Kürbis ist reich an Ballaststoffen, Mineralstoffen, Betakarotin, Vitamin C, ungesättigten Fettsäuren sowie Vitamin B6, das für unseren Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielt.
Erste Heilwirkungen sind 1543 in einem Kräuterbuch erwähnt. Und aus dem Jahre 1846 stammt die mittlerweile verbreitete Empfehlung, Kürbissamen, also Kürbiskerne bei Blasenleiden einzusetzen.
Dafür züchtet man heute spezielle Arzneikürbisse wie den Steirischen Ölkürbis. Von ihm werden nur die Kerne verwendet, deren Wirkung auch bei gutartiger Prostatavergrößerung wissenschaftlich bewiesen ist. Die natürliche Heilkraft ist unter anderem den enthaltenen Phytosterinen aus der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe zu verdanken. Tipp: zwei bis drei Esslöffel Kürbiskerne über den Tag verteilt knabbern, ins Müsli, über Suppen oder Salate geben.
Nährstoffreiche Varianten wie der Hokkaido eignen sich außerdem zur Unterstützung einer Diät. Hokkaido gilt als mit Vitalstoffen besonders gesegneter Speisekürbis, wie Analysen des Stuttgarter Lebensmittelchemikers Prof. Dr. Antal Bognár zeigten. Das Kürbisfleisch hat harntreibende und leicht abführende Wirkung, die Ballaststoffe helfen zudem bei der Entgiftung.
Für Georg Thalhammer aus Steinfeld in Unterfranken sind der Anbau von Bio-Hokkaido und die Herstellung von Bio-Feinkost eine Passion. „Bio-Kürbisketchup ist zum Beispiel eine Alternative für Menschen, die keine Tomaten vertragen“, erklärt er. Auch Suppen, Aufstrich, Püree und Schmalz stellt der Bio-Bauer aus dem Hokkaido her. „Übrigens ist er der einzige Kürbis, bei dem man die Schale mitessen kann“, fügt er hinzu. Eine gesunde Herbstküche ist mit den leuchtenden Kürbisfrüchten also garantiert.

Buchtipp & Info:
▪ Evemarie Löser/Frank Löser: „Kürbis – Herkunft, Anwendungen und Rezepte“, Demmler, ISBN: 978-3-944102-05-4, € 8,95

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