Zum guten Schlafen trägt Schlafhygiene bei

Nachtigall oder Lerche - das individuelle Schlafbedürfnis

Bezeichnet man Menschen als Nachtigall oder Lerche, ist vom individuellen Schlafbedürfnis und Schlafverhalten die Rede. Es gibt Frühaufsteher, die direkt nach dem Aufwachen hellwach und aktiv sind, dies sind die Lerchen.

Ausgesprochene Morgenmuffel, die selbst nach dem ersten Kaffee in der Frühe noch kaum kommunikationsfähig sind, werden als Nachtigallen, manchmal auch als Eulen, bezeichnet.

Unterschiedlich ist oft auch die Schlafdauer: sehr aktive Personen brüsten sich oft damit, dass sie nur vier Stunde Schlaf pro Nacht brauchen um fit und leistungsfähig zu sein. Andere würden am liebsten acht bis zehn Stunden schlafen, und kommen trotzdem am Morgen nur schwer in die Gänge. Schlafforscher weisen darauf hin, dass nicht unbedingt die Schlafdauer dafür verantwortlich ist, ob sich ein Mensch erholt und ausgeruht fühlt. Vielmehr sehen sie die Qualität des Schlafes als wesentliche Ursache für erholsamen und entspannten Schlaf.

Es sind viele Gründe bekannt, die mit schlechtem Schlaf einhergehen. So kann ein täglicher exzessiver Stress am Arbeitsplatz und Doppelbelastung in der Familie den Nachtschlaf erheblich beeinträchtigen. Unruhe, ständiges Erwachen in der Nacht oder Albträume gehören zu den Schlafstörern, aber auch ein schnarchender Partner an der Seite, Schmerzen, Restless-Leg-Syndrom oder Schlafapnoe führen zu chronisch schlechtem Schlaf.

Sehr häufig suchen die Menschen mit Schlafstörungen ihren Arzt auf mit der Bitte um ein Rezept für Schlaftabletten. Der Arzt muss allerdings wissen, ob es sich um eine Einschlafstörung, ein ständig unterbrochener Schlaf, also eine Durchschlafstörung oder um ein zu frühes Erwachen handelt, um die richtige schlaffördernd Medikation zu verordnen. Schlaftabletten sollten aber nur über kurze Zeit eingenommen werden, weil sie zum gewohnheitsmäßigen Gebrauch verleiten und so in eine Abhängigkeit führen können.

Besser ist es daher, den Besuch beim Arzt zu einem Gespräch zu nutzen, bei dem die Art der Schlafstörung und der eventuell bekannte Beginn geschildert wird. In diesem Gespräch wird der geschulte Arzt eine Anamnese erheben und zielführende Schritte einleiten, damit die Schlafstörung nicht chronisch wird. So kann die Aufzeichnung des Schlafes als sogenanntes Schlafprofil in einem Schlaflabor Aufschluss über die Art der Störung geben, etwa ob das Schlafprofil fraktioniert (ständig unterbrochen) ist oder ob die Tiefschlafphasen zu selten oder überhaupt nicht ausgeprägt sind.

Auch anregende Getränke oder ein schwer verdauliches Abendessen wirken sich unmittelbar störend auf den guten Schlaf aus.

Hinweisen wird er den Patienten auf jeden Fall auf die Bedeutung der Schlafhygiene. Darunter versteht man eine gesunde und angenehme Umgebung, in der es still, dunkel und angenehm temperiert ist. Das Bett sollte bequem sein und eine uralte, komplett durchgelegene Matratze fördert ganz gewiss nicht die Schlafqualität. Vielen Menschen hilft auch ein gewisses Einschlafritual, wie beispielsweise zum Einschlafen ein paar Seiten in einem Buch lesen oder sanfte, beruhigende Musik zu hören. Auch Yoga, Meditation oder andere Entspannungsmethoden können schlaffördernd wirken und dazu beitragen, dass man ausreichend lange und entspannt schlafen kann und am Morgen ausgeruht und erholt aufwacht.

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